Die Entdeckung des Lichts (Roman) by Ralf Bönt

By Ralf Bönt

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In dem Band stellen namhafte Autoren erstmals alle Gefäßerkrankungen der Retina komplett und praxisnah dar. In einem einleitenden Teil werden aktuelle Methoden der Netzhaut-Diagnostik und -Therapie behandelt. Im umfangreichen klinischen Teil beschreiben die Autoren systematisch alle relevanten Erkrankungen und erklären deren Pathogenese.

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Gegen seine vielen Feinde beweist«, sagte der, und er sagte es zufrieden. Faraday wunderte sich über seine Zufriedenheit und war froh, hier zu sein und Männer wie ihn zu treffen und solche Dinge sagen zu hören. Er selbst hatte keine ihm bekannten persönlichen Feinde. Welche zu haben, war für ihn ein fremder Gedanke. Mit dreizehn hatte er die Schule verlassen, um Geld zu verdienen. Das war ein Alter, in dem fast alle anderen Kinder die leise Hoffnung, einmal Lesen und Schreiben zu können, aufgegeben hatten und sich sagten, dass mit Lesen und Schreiben das Leben sowieso nur noch komplizierter geworden wäre als ohne.

Sie würden weniger bedrohlich sein oder bedrohlicher, weil man lernte, wo welche Gefahren waren. Auch gut. Mit jeder Kleinigkeit, die er mehr wusste, die er mehr sah, die er verstand, würde aus dem Müssen das Können werden. Im Laden fand er die Laufkundschaft Riebaus vor, wie immer. Sie war zahlreich, gut gelaunt. Sie war illuster. Sie diskutierte, ob Horatio Nelson die Witwe Lady Emma Hamilton heiraten dürfe. « �Nur, dass sie sich niemals in einem Scheidungsgericht sehen lassen wird«, meinte ein dritter fröhlich.

Und mit den Jahren hoffte man immer häufiger auf das Wegbleiben eines Mannes aus Frankreich, den alle Buonaparte nannten. Michael war immer kleiner als Gleichaltrige. Er konnte sich nicht vorstellen, über Politik zu reden und so ein schweigsamer, leidensfähiger, starker, kranker Mann wie sein Vater zu sein. Den Hund der Nachbarn beobachtete Michael ausgiebig, wie der einfach nur froh war, wenn er sich mit irgendwem ein paar Minuten balgen konnte. Oder die junge Katze: Sie streunte im Hof und schien über die nächste Mahlzeit und ihren Schlaf hinweg nichts zu fragen und vielleicht doch alles zu wissen oder nichts wissen zu wollen von Buonaparte, vom Hunger, der morgen kam, oder von der Plackerei.

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